Agentic Commerce: Der nächste Quantensprung nach dem Mobile Shopping
Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Sie das erste Mal etwas mit Ihrem Smartphone gekauft haben? Damals fühlte sich Mobile Commerce wie eine Revolution an. Heute stehen wir vor dem nächsten großen Meilenstein, der unsere Branche noch fundamentaler verändern wird: Agentic Commerce.
Was ist Agentic Commerce?
Agentic Commerce (oder AI Commerce) beschreibt den Übergang von der rein beratenden KI zu handelnden KI-Agenten. Während wir heute ChatGPT oder Perplexity nutzen, um Produkte zu finden, werden diese Agenten in Zukunft den gesamten Kaufprozess – inklusive Checkout und Bezahlung – autonom für uns abwickeln.
Das Ende der mühsamen Checkouts
Das Kernversprechen lautet: Convenience. In der Präsentation wurde dies am Beispiel einer Reiseplanung verdeutlicht:
- Heute: Sie buchen Flug, Hotel und Mietwagen separat und durchlaufen drei verschiedene Checkout-Prozesse.
- Morgen: Ihr KI-Agent greift auf Ihre hinterlegten Präferenzen und Zahlungsdaten zu und erledigt alle drei Buchungen in einem einzigen, nahtlosen Dialog.
Ein Wettlauf um die Standards: Visa, Mastercard & Co.
Agentic Commerce funktioniert nur, wenn alle Beteiligten – Konsumenten, Banken und Händler – einander vertrauen können. Visa hat hierfür bereits das „Visa Intelligent Commerce“-Programm und das „Trusted Agent Protocol“ ins Leben gerufen.
Doch Visa ist nicht allein auf diesem Spielfeld. Neben Visa sind auch Mitbewerber wie Mastercard und PayPal mit Hochdruck an ähnlichen Standards und Protokollen drann.. Es findet derzeit ein globaler Wettlauf statt, um die technologische Infrastruktur für das „Shopping im Namen des Kunden“ zu definieren.
Dabei geht es um zentrale Fragen:
- KYA (Know Your Agent): Wie verifiziert ein Händler, dass ein KI-Bot wirklich im Auftrag eines legitimen Kunden handelt?
- Autorisierung: Wie behält der Mensch die Kontrolle („Captain im Cockpit“), während der Agent die Arbeit erledigt?
- Interoperabilität: Werden die verschiedenen Systeme von Visa, Mastercard und Tech-Giganten wie OpenAI oder Google (Gemini) miteinander sprechen können?
Die „Hausaufgaben“ für den österreichischen Handel
Für ECIÖ-Mitglieder und Händler allgemein bedeutet diese Entwicklung, dass sich das Spielfeld verlagert.
- Sichtbarkeit für Maschinen: KI-Agenten nutzen LLMs (Large Language Models), um das Web nach dem besten Angebot zu durchforsten. Wer seine SEO-Hausaufgaben nicht gemacht hat oder seine Produktdaten nicht strukturiert via APIs bereitstellt, wird von den Einkaufs-Bots schlicht nicht gefunden.
- Vertrauen als Währung: Die Integration in gesicherte Protokolle der großen Zahlungsanbieter wird überlebenswichtig, um als vertrauenswürdiger Partner für KI-Agenten akzeptiert zu werden.
Wann erreicht uns die Welle?
Die Roadmap ist klar gezeichnet:
- In den USA sind Piloten und MVPs bereits erfolgreich produktiv.
- Anfang 2026 ist der Start in UK, der Schweiz und Nordics geplant.
- In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll der Rollout in der EU erfolgen, sobald regulatorische Hürden wie die DSGVO (GDPR) vollständig adressiert sind.
Fazit
Agentic Commerce ist keine ferne Vision mehr, sondern eine technologische Realität, die in der Produktion angekommen ist. Für uns als E-Commerce-Community in Österreich heißt es jetzt: Dranbleiben, die eigenen Datenstrukturen optimieren und die Schnittstellen für die Ära der autonomen Agenten öffnen.
Sind Sie bereit für den Quantensprung? Diskutieren Sie mit uns in der ECIÖ-Community über die Chancen und Risiken von AI-Agenten im Handel!
Quellenangabe:
Zusammenfassung mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz (Gemini), final redaktionell bearbeitet durch das Redaktionsteam von der ECIÖ.

